Europaschüler diskutieren mit Bürgermeister

Die Europaschule hat nun zum Abschluss ihrer Projektwoche mit dem Schwerpunkt Europa mit Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt diskutiert. „Ich finde es großartig, dass ihr euch so stark für Europa einsetzt!“, so Landscheidt.
In der Diskussion ging es den Schüler*innen vor allem um die Bedeutung der Europäische Union für Kamp-Lintfort. So wollten die Schüler wissen, ob Firmen in Kamp-Lintfort auch Klimaschutzvorgaben der EU beachten müssen. Landscheidt erklärte, dass durch den europäischen Wirtschaftsraum alle Firmen innerhalb der EU nach denselben Spielregeln agieren müssen und somit auch Kamp-Lintforter Firmen an Klimavorgaben der EU gebunden sind.
Auch nach Kamp-Lintforter Firmen, die durch den europäischen Binnenmarkt profitieren, fragten die Schüler. Die Antwort des Bürgermeisters: „Nahezu alle Firmen, bis auf wenige Ausnahmen, produzieren und handeln mindestens im ganzen EU Raum oder sogar international.“
Landscheidt erklärte die Wichtigkeit der Kamp-Lintforter Partnerstädte Cambrai in Frankreich und Żoryin Polen sowie Edremit in der Türkei. Gerade Żory habe durch den Beitritt zur Europäischen Union 2004 in der Bildungspolitik sehr von Fördermitteln profitiert. Er betonte auch die Bedeutung der gleichen Bedingungen in allen Staaten für den Export. Edremit, die sehr viel Ölivenölproduzenten hat, hat es deutlich schwerer ihre Waren in die EU zu exportieren als jede Stadt innerhalb der EU.
Der Bürgermeister stellte zum Schluss noch die Gegenfrage: „Was glaubt ihr, was die Leute an der EU nervt?“. Die Schüler*innen berichteten von ihren Erfahrungen durch Bürgerbefragungen in Kamp-Lintfort und Venlo. So seien einige Menschen enttäuscht, dass Reiche immer reicher würden und Arme immer ärmer. Darauf entgegnete der Bürgermeister, dass Unternehmer und Firmen durch Steuertricks immer reicher würden, weil sie ohne gemeinschaftliche Steuergesetzgebung in der EU wenig bis gar keine Steuern zahlen. „Wir brauchen eine gemeinsame Steuerpolitik, dann gibt es auch keine Schlupflöcher mehr!“.
Abschließend appellierte Landscheidt an die Schülerinnen und Schüler ihre Eltern, Verwandten und Bekannten davon zu überzeugen zur Wahl zu gehen: In der EU ist sicherlich vieles nicht perfekt, wir sollten aber nicht die EU abschaffen, sondern sie gemeinsam besser machen!“