Fünftklässler der Europaschule Kamp-Lintfort sammeln für Straßenkinder

Schüler bieten Plätzchen, Kuchen sowie selbst gebastelte Kleinigkeiten an und sammeln rund 640€ für Straßenkinder in Mosambik. Hiermit soll diesen Kindern der Schulbesuch ermöglicht werden.
Vier Schüler der Europaschule Kamp-Lintfort sausen mit Bauchladen, Spendendose, Flyern und Dankeskarten in den Händen über den Prinzenplatz. Den vorbeikommenden Passanten bieten die Kinder nette Kleinigkeiten aus dem Bauchladen an, informieren über ihr Projekt sowie den beschwerlichen Alltag von Straßenkindern in aller Welt und bedanken sich freundlich für die Zeit ihrer Gesprächspartner, ganz gleich ob diese einen kleinen Beitrag spenden oder nicht.
Das gesammelte Geld soll Straßenkindern in Mosambik helfen, eine Schule besuchen zu können. „Straßenkind für einen Tag“ heißt das Projekt der Hilfsorganisation terre des hommes. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Vormittag lang nachempfinden, wie es ist, den Lebensunterhalt selbst verdienen zu müssen, auf der Straße Ablehnung zu erfahren und mit den Widrigkeiten eines Lebens ohne Dach über dem Kopf zu trotzen.
Perspektivwechsel in der Schule und auf der Straße
In mehreren Doppelstunden haben sich die Kinder im Religionsunterricht mit der Situation der Straßenkinder in Südostafrika auseinandergesetzt, doch die drei Stunden in der Fußgängerzone können nicht ersetzt werden. „Manche Leute laufen einfach an uns vorbei und tun so, als wären wir nicht da“, sagt Marc Wiertz aus der Klasse 5d. Dieses Gefühl, das aufkommt, nachdem man Ablehnung erfahren musste, sei unangenehm. „Jeden Tag möchte ich das nicht, aber wir machen das für die armen Kinder“, fügt Joel Behrens aus der 5a hinzu und wendet sich dem nächsten Passanten zu. Das schmuddelige Wetter intensiviert das Gefühl, dem Wohlwollen der Umwelt ausgeliefert zu sein.
Auf der anderen Seite erleben die Kinder viel Zuspruch und erhalten reichlich Spenden. „Euer Engagement ist ganz toll“, bemerkt ein älterer Herr, während er die Spendendose erklingen lässt. „Nehmen Sie die Dose mal in die Hand“, fordert Jason Ruschau seinen Klassenlehrer, Damian Miensopust, auf. „Wir haben bestimmt schon 100€ gesammelt.“
Das Straßenkinderprojekt ist eine Aktion, die nicht nur den Kindern in Mosambik hilft, sondern auch unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiterbringt.