Gegen das Vergessen – Unsere Schüler werden zu Zweitzeugen

Am 08.11.2018 fand an der Europaschule Kamp-Lintfort zum ersten Mal ein Projekttag zum Thema „Zweitzeugen“, der von „HEIMATSUCHER e.V.“ im sechsten Jahrgang durchgeführt wurde, statt.
Dabei haben es sich die Mitglieder des HEIMATSUCHER e.V. zur Aufgabe gemacht, Zeitzeug/innen des Holocausts zu interviewen, ihre Geschichten zu dokumentieren und sie dann in Schulklassen und Ausstellungen weiterzuerzählen.
Somit sahen die Multiplikator/innen auch bei ihrem Besuch an der Europaschule ihren zentralen Auftrag darin, als »Zweitzeug*innen«, die Europaschüler/innen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen.
Während des Projekttages schafften die Heimatsucher daher für die Schüler/innen einen modernen und emotionalen Zugang zum Thema der Schoah.
Hierfür wurde die Geschichte einer Überlebenden von der Kindheit bis ins Heute erzählt und die Schüler/innen gingen z.B. sprichwörtlich den Lebensweg dieser Zeitzeugin nach. Sie hatten die Möglichkeit, auf ausgeschnittenen Fußabdrücken Gefühle, Gedanken und Fragen zu den wichtigsten Lebensstationen der Zeitzeugin aufzuschreiben und darüber so in einen ersten Austausch zu gelangen.
Weitere Biografien wurden erarbeitet, sodass man sich zuletzt auch über die Bedeutung des Gelernten für die heutige Zeit Gedanken machen konnte. Dabei wurden die Schüler/innen in den Workshops zunächst zu Expert/innen und schließlich selbst zu Zweitzeug/innen, sodass sie abschließend selbst Briefe an die Zeitzeug/innen schrieben.
„An diesem Projekttag konnte man deutlich sehen, wie sinnvoll es ist, wenn unsere Schüler/innen auch emotional berührt werden, um sich sodann aktiv auf dieses schwierige Thema einlassen zu können. So war es ihnen möglich, ansatzweise nachzuvollziehen, dass die Geschichte der Zeitzeug/innen auch mittelbar mit ihrer Gegenwart zu tun haben kann“, so die didaktische Leiterin Simone Floss, die den Projekttag gemeinsam mit den Geschichtslehrern Oliver Lessau, Damian Brendike und den Heimatsuchern an der Europaschule plante.
Die Entwicklung des didaktischen Konzepts orientiert sich dabei an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Holocaust-Education. Doch sind es nicht zuletzt der Dialog mit den Schüler/innen sowie ihre Briefe an die Überlebenden, die immer wieder zeigen, wie unmittelbar die Geschichten der Heimatsucher bewegen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://heimatsucher.de   und

https://heimatsucher.de/ueber-uns/auf-einen-blick/